Armes Monster – Böser Held?

1311_dede_korkut_gorki_3647Als Höhepunkt des Projektes „Armes Monster – Böser Held?“ findet am 15. Februar 2014 eine Schüleraufführung mit Musik, Theater, Texten und Klanginstallationen im Maxim Gorki Theater Berlin statt.

Begleitend zur Musiktheaterproduktion „Dede Korkut – Die Kunde von Tepegöz“ von Marc Sinan und den Dresdner Sinfonikern, gab es als ergänzende Vermittlungsaktivität mehrere Workshops an vier Berliner Schulen.

Heranwachsende mit und ohne Migrationshintergrund gingen bei dem Projekt „Armes Monster? Böser Held?“ gemeinsam auf eine sagenhafte, musiktheatralische Reise. Ziel war es, Schülern den zentralasiatischen Sagenstoff um den Barden „Dede Korkut“ auf eine interessante und kreative Art und Weise näher zu bringen. Vom Mythenstoff ausgehend wurden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Fragestellungen der Gegenwart erarbeitet und beantwortet. Dabei sollten nicht vorgegebene Wege im Vordergrund stehen, sondern selbstbestimmtes und verantwortungsvolles kreatives Handeln maßgebend sein.

Befeuert wurde die künstlerische Auseinandersetzung der Jugendlichen durch einen Blick hinter die Kulissen der parallel entstehenden Musiktheaterproduktion „Dede Korkut“. Die beteiligten zentralasiatischen Musiker besuchten die Schulen, brachten sich aktiv in den
Arbeitsprozess der Schülerinnen und Schüler ein und berichteten über ihre Erfahrungen. Durch die Schaffung von umfassenden künstlerischen Berührungspunkten wurde jedem Schüler ein eigener Zugang zum Thema Dede Korkut ermöglicht. Theater-, Tanz- und Musikpädagogen, DJs, Musiker und Komponisten unterstützten die Schüler während des gesamten Projektzeitraums in ihrem kreativen Prozess.

Die 8. Klasse an der Sophie-Scholl-Oberschule in Berlin-Schöneberg beschäftigte sich als bereits bestehendes Klassenorchester mit der Transkription eines Stückes einer Musikergruppe aus Baku (Aserbaidschan). Ausgehend davon arrangierte Philipp Schoof ein Stück für das Klassenorchester. Darüber hinaus betätigten sich die Schüler auch selbst als Komponisten. So entstanden kleine Werke in kammermusikalischer Besetzung, die aus den musikalischen Eindrücken der zentralasiatischen Fundstücke und der eigenen zeitgenössischen Musik der Schüler hervorgingen.

Der Literaturkurs der Heinz-Brandt-Oberschule in Berlin-Weissensee suchte nach einer neuen Form der mündlichen Überlieferung. Die Neuntklässler sammelten, ausgehend von der Sage der Stiefbrüder Tepegöz und Bassat, Audio-Schnipsel für eine Gruppen- Performance zum Thema „moderner Held, modernes Monster“ und montierten diese zu einem „Heldenchor“.

An der Robert-Blum-Oberschule in Berlin-Schöneberg setzte sich eine 8. Klasse theatralisch mit der Sage von den Stiefbrüdern Tepegöz und Bassat auseinander. Die Sage bietet eine ideale Schablone, um sich auf spielerische Weise mit gewichtigen Themen wie der eigenen Identität, dem Anderssein, mit Ausgrenzung und Inklusion zu beschäftigen. So konnten inhaltliche Berührungspunkte vom Mythos zur Lebenswirklichkeit der Schüler hergestellt werden. Dazu komponierten die Jugendlichen Szenenmusiken um eine weitere Ausdrucksform ihrer Gedanken und Gefühle zu erfahren.

Markus Rindt und Marc Sinan begaben sich im Frühjahr 2013 auf die Suche nach traditioneller zentralasiatischer Musik in Kasachstan und Aserbaidschan. Am Campus Rütli in Berlin-Neukölln machte sich eine 10. Klasse auf die Suche nach dem Klang ihres Bezirkes. Davon inspiriert erstellten die Schüler mit Hilfe eines DJs und eines Soundartists eine einzigartige Klang- und Videoinstallation zum Thema „Wie klingt Neukölln?“. Die Klangvorstellung eines jeden Schülers floss mit in diese Arbeit ein und so entstanden Collagen, die das vielschichtige Bild Neuköllns audiovisuell widerspiegeln.

15.02.2014, 14.00 – 16.00 Uhr, Schülerpräsentation, Maxim Gorki Theater Berlin, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin (Ticketpreis 3 Euro, Bestellung unter bit.ly/1lv8WHp)

Mehr Informationen: dedekorkut.eu; www.gorki.de/spielplan/dede-korkut

Gefördert wurde dieses Projekt durch den Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung und die EU – Programm Kultur.

Über Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

Der Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung fördert Kooperationsprojekte, die für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene neue Zugangsmöglichkeiten zu Kunst und Kultur schaffen. Im Zentrum stehen Kooperationsprojekte, die Erlebnisse mit den Künsten, mit ihren ästhetischen, intellektuellen und emotionalen Potentialen, mit den aus den Künsten zu gewinnenden Genüssen und Herausforderungen ermöglichen.
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